RC2NB - Research Center for Clinical Neuroimmunology and Neuroscience Basel


Das neu gegründete Forschungszentrum RC2NB koordiniert und intensiviert die Forschung im Bereich Multiple Sklerose und Neuroimmunologie am Standort Basel. Das Departement Klinische Forschung (DKF) unterstützt mit seiner langjährigen Erfahrung in den Bereichen Data Analysis/Statistik, Data Management, Data Science und Regulatorik.


Das Research Center for Clinical Neuroimmunology and Neuroscience Basel (RC2NB), wird getragen von einer Non-Profit Stiftung des Universitätsspital Basel (USB) mit Beteiligung der Universität Basel. Es wurde Ende 2019 am USB gegründet als konsequente Fortsetzung eines jahrzehntelangen Engagements und international renommierter, klinisch ausgerichteter Forschung für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und anderen neuroimmunologischen Erkrankungen.

Die MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, wobei es durch die Entzündung und damit zusammenhängenden degenerativen Prozessen zu einem Abbau der Myelinschicht und Schädigung der Nervenzellen selbst kommt. Deshalb leiden Betroffene einerseits an schubförmigen Verschlechterungen, andererseits auch an langsam zunehmenden körperlichen Einschränkungen. Die Ursache dieser Erkrankung, die ungefähr 15'000 vor allem junge Menschen in der Schweiz und ca. 2.5 Millionen weltweit betrifft, ist nicht geklärt. Eine Rolle spielen aber genetische und Umwelt-Faktoren, die zu einer überschiessenden Reaktion des Immunsystems führen. Eine Heilung  ist leider noch nicht möglich. Doch können die in den letzten 20 Jahren mit massgeblicher Beteiligung der Basler Neurologie neu entwickelten Medikamente nicht nur Schübe verhindern, sondern auch die zunehmenden körperlichen Einschränkungen aufhalten. Vielen MS-Betroffene können deshalb langfristig ein weitgehend unbeeinträchtigtes und produktives Leben führen.

Logo RC2NB

Leitung
Prof. Ludwig Kappos, CEO
Prof. Jens Kuhle, stv. CEO

Workstream 1
Digitale Zukunft

Prof. Ludwig Kappos, Dr. Yvonne Naegelin, Dr. Johannes Lorscheider, Dr. Marcus D’Souza, Dr. Tim Wölfle und Silvan Pless

Workstream 2
Innovative Bildgebung und Analyse von Körperflüssigkeiten

Prof. Cristina Granziera und Prof. Jens Kuhle

Workstream 3
Im Labor die Fehlregelung des Immunsystems erfassen und verstehen

Prof. Tobias Derfuss, PD Dr. Matthias Mehling und PD Dr. Anne-Katrin Pröbstel

Vom DKF unterstützt durch
Daten Analysis/Statistik, Data Management, Data Science Regulatorik


Mit den Fortschritten in der Entwicklung neuer Therapien bei MS, ist die Frage nicht ob, sondern womit und wann zu behandeln. Dazu braucht es eine möglichst vollständige und akkurate Charakterisierung des Krankheitsverlaufs. International anerkannte Expertise und innovative Forschungsprojekte hierzu in Basel zu stärken und mit der Forschung zu digitalen Biomarkern und mit Methoden der Informationsverarbeitung und artificial intelligence zu ergänzen ist das Ziel des RC2NB.

Prof. Ludwig Kappos, CEO RC2NB

Gebündelte Kräfte

Das Team um Prof. Ludwig Kappos in der Neurologie und am MS-Zentrum in Basel war seit vielen Jahren massgeblich an der klinischen Erprobung nahezu aller inzwischen zugelassenen Medikamente für MS beteiligt. Mehrere kompetitiv geförderte Forschungsgruppen widmen sich der besseren klinischen, bildgebenden, biochemischen, molekularen und zellulären Charakterisierung des Krankheitsprozesses und dem Verständnis der Wirkungen und Nebenwirkungen von neu entwickelten Therapien. Das grösste MS-Zentrum der Schweiz und systematisch dokumentierte, von hier koordinierte Patientenkohorten bieten zusammen mit der lokalen, nationalen und internationalen Vernetzung mit akademischen Institutionen und der forschenden Industrie beste Voraussetzungen für diese Forschung. Sie erlauben ausserdem die Translation ihrer Ergebnisse in Fortschritte von Diagnostik und Therapie.    

Das neue Forschungszentrum soll mit dem neu hinzugekommenen Forschungsgebiet zu innovativen digitalen Biomarkern, die vorhandene Expertise stärken, indem Strukturen zur Verwaltung und Verarbeitung grosser Mengen hochkomplexer Daten weiterentwickelt werden. Weiter sollen «cutting edge» Methoden der künstlichen Intelligenz eingesetzt werden. Das RC2NB ist nicht bestrebt, eigene neue Strukturen aufzubauen, sondern vorhandene Strukturen des USB und der Universität zu nutzen und weiterzuentwickeln und damit für die Forschung noch besser nutzbar zu machen. Die existierenden Forschungsdepartemente und insbesondere das Departement Klinische Forschung (DKF) spielen dabei eine zentrale Rolle.

RC2NB Team

Gemeinsam MS-Forschung betreiben: Das RC2NB-Team (v.l.n.r): v.l.n.r: Prof. Ludwig Kappos, Dr. Johannes Lorscheider, Prof. Tobias Derfuss, Silvan Pless, Dr. Tim Wölfle, PD. Dr. Matthias Mehling, Dr. Marcus D'Souza, Pascal Benkert, PhD , Prof. Jens Kuhle, Sandrine Brouette, Prof. Cristina Granziera, Dr. Yvonne Naegelin


Drei Workstreams - eine Vision

Die Aktivitäten am RC2NB sind in drei Workstreams aufgegliedert, welche parallel verschiedene Forschungsbereiche vorantreiben aber zeitgleich intensiv miteinander vernetzt bleiben, um gemeinsam die Vision des RC2NB zu leben.


RC2NB hat sich zum Ziel gesetzt, die vor Ort bereits vertretene Expertise für eine umfassende und in die Tiefe gehende Charakterisierung des Krankheitsprozesses zu bündeln und die gemeinsame innovative Forschung bei MS und anderen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems zu ergänzen und zu stärken. Insbesondere die Integration der Informationen aus den verschiedenen Workstreams und die Analyse dieser multidimensionalen Daten mit innovativen Methoden der Biostatistik und der künstlichen Intelligenz wird eine Kernkompetenz des Zentrums sein. Es gewährleistet den intensiven Austausch der verschiedenen Arbeitsgruppen der Neurologie mit weiteren Forschungsgruppen im Hause.

Das DKF unterstützt das RC2NB dabei als akademischer Partner mit seiner langjährigen Erfahrung in den Bereichen Data Analysis/Statistik, Data Management, Data Science und Regulatorik.

DKF Team RC2NB

DKF Mitarbeitende für das RC2NB (v.l.n.r.): Andrea Wiencierz, PhD, Fabrice Noel Helfenstein, PhD, Sabine Schädelin, MSc, Pascal Benkert, PhD. Nicht abgebildet: Suvitha Subramaniam, MSc.

Oktober 2020