RC2NB - Workstream 2


Innovative Bildgebung und Analyse von Körperflüssigkeiten

Die Hauptakteure in diesem Workstream sind Prof. Cristina Granziera und Prof. Jens Kuhle.

Cristina Granziera fokussiert Ihre Forschung auf innovative bildgebende Techniken, im Besonderen auf die bessere Darstellung der axonalen Schädigung und (De-/Re-) Myelinisierung, beides typische aber mit konventioneller Bildgebung bisher nicht zuverlässig fassbare pathophysiologische Prozesse, bei der MS. Neben ihrem eigenen durch eine SNF Professur geförderten Projekt koordiniert sie in Basel in der von ihr gegründeten ThiNk Basel Gruppe (Translational Imaging in Neurology Basel) die Arbeit mehrere Neuroimaging Forschungsgruppen der Neurologie.

Das Ziel dieser Gruppe ist es, Informationen aus innovativen bildgebenden Techniken mit klinischen, neurophysiologischen und laborchemischen Parametern zu kombinieren, um so die pathophysiologischen Prozesse von verschiedenen neurologischen Erkrankungen zu erforschen. ThiNk Basel ist an das DBE (Department of Biomedical Engineering der Universität Basel) angegliedert und pflegt Kooperationen mit dem DKF und DBM (Department Biomedizin der Universität Basel).

Gehirnschnitte

Verschiedene MRI Sequenzen bei einer MS Patientin: A) Typische Darstellung einer Läsion in der weissen Substanz in der klinischen Routine-Sequenz; Spezialsequenzen zeigen reduziertes Myelin (B) und Axonendichte (C) in der gleichen MS Läsion. Neuentwickelte Spezialsequenzen zur Darstellung kortikaler (D) und chronisch aktiver (E+F) Läsionen.

Jens Kuhle leitet das MS-Zentrum am USB. In seiner Forschung fokussiert er auf Biomarker aus Serum und Liquor (Hirnwasser) und hat in den vergangenen Jahren massgeblich dazu beigetragen, dass Neurofilamente, also ein Bestandteil des neuronalen Zytoskeletts, der in keinen anderen Zellen des Menschen vorkommt, als erster Labor-Biomarker der MS anerkannt werden. Er konnte dank der Entwicklung einer hoch sensitiven und zuverlässigen Messmethode, dem SIMOA Verfahren, mit seinem Team zeigen, dass Neurofilamente im Serum, sehr spezifisch neuroaxonale Schädigung anzeigen und einerseits mit der aktuellen Krankheitsaktivität korrelieren andererseits einen prognostischen Wert haben und Therapieeffekte erfassen können.

Jens Kuhle leitet die Swiss MS Cohort (SMSC), die er mit Ludwig Kappos und mit finanzieller Unterstützung der Schweizer MS Gesellschaft 2012 gründete. Diese einzigartige Kohorte hat bisher rund 1500 Patienten mit MS aus Basel sowie den grösseren universitären und kantonalen neurologischen Kliniken der Schweiz einschliessen können, die langfristig alle 6 oder 12 Monate klinisch, bildgebend und mit Blut- und Liquorproben standardisiert in hoher Qualität dokumentiert werden. Think Basel hat die standardisierte Analyse konventioneller und fortgeschrittener MR-Messungen für das gesamte SMSC-Konsortium übernommen.

Das SMSC Datenzentrum wurde vom DKF aufgebaut, das Pascal Benkert, PhD (Senior Data Scientist am DKF) leitet. Es liefert die Basis für eine Vielzahl von Forschungsprojekten, welche ebenfalls am DKF methodisch und statistisch geplant und ausgewertet werden.

KuhleJ und GrazieraC

Werten gemeinsam Informationen aus innovativen bildgebenden Techniken und aus Körperflüssigkeiten aus: Prof. Cristina Granziera und Prof. Jens Kuhle.

Oktober 2020