31. März 2026

Die bisher grösste randomisierte Studie zur Behandlung chronischer Hyponatriämie bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten zeigt, dass sich trotz erfolgreicher Normalisierung des Natriumspiegels die Sterblichkeit oder die Häufigkeit von Rehospitalisierungen nicht reduzieren lassen.

Hyponatriämie ist die häufigste Elektrolytstörung bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten und wird mit Stürzen, neurokognitiven Einschränkungen und erhöhter Mortalität in Verbindung gebracht. Ob diese kausal durch die Hyponatriämie selbst oder durch zugrunde liegende Erkrankungen bedingt sind, ist unklar. Die jetzt vorgelegten Ergebnisse der unter der Leitung von Prof. Mirjam Christ-Crain durchgeführten und im Fachjournal NEJM Evidence publizierten HIT-Studie (Hyponatremia Intervention Trial) liefern erstmals Evidenz aus einem grossen randomisierten Setting.

Natriumwerte besser korrigiert

Dabei zeigt sich, dass mittels strukturiertem Diagnose- und Therapiealgorithmus im Vergleich zur Standardbehandlung höhere Raten normaler Natriumwerte erzielt werden können (60,4 % in der Interventionsgruppe und 46,2 % in der Kontrollgruppe).

Kein Vorteil beim klinischen Endpunkt

Mortalität und Rehospitalisierung wurden als kumulativer primärer Endpunkt nach 30 Tagen erhoben. Dieser trat ohne signifikanten Unterschied ungefähr gleich häufig in beiden Gruppen auf (zu 20,5 % in der Interventionsgruppe und zu 21,8 % in der Kontrollgruppe). Somit konnte kein Zusammenhang zwischen Normalisierung der Natriumwerte und den klinischen Outcomes festgestellt werden.

Prof. Mirjam Christ-Crain, Universitätsspital Basel

«Unsere Daten zeigen, dass wir Natriumwerte mit einem strukturierten Vorgehen besser normalisieren können. Dieser Aufwand übersetzt sich aber nicht automatisch in ein besseres klinisches Kurzzeit‑Outcome.

Das bedeutet nicht, dass wir Hyponatriämie nicht behandeln sollen, sondern dass die aktuell etablierte Standardtherapie für die meisten hospitalisierten Patientinnen und Patienten ausreichend ist.»

Prof. Mirjam Christ-Crain, Chefärztin Endokrinologie, Diabetes und Metabolismus, Universitätsspital Basel und DKF-Forschungsgruppenleiterin

Salz

HIT-Studie

Targeted Correction of Plasma Sodium Levels in Hospitalized Patients With Hyponatremia (HIT)
NCT03557957

Leitung
Prof. Mirjam Christ-Crain, Chefärztin Endokrinologie, Diabetes und Metabolismus, Universitätsspital Basel

Studiendesign
Internationale, multizentrische, pragmatische, randomisiert-kontrollierte Superiority-Studie

Studienzentren
9 Zentren in der Schweiz, den Niederlanden, Deutschland, Italien und Kroatien

Anzahl Patientinnen und Patienten
2173

Studiendauer
2018-2025

Vom DKF unterstützt durch
Methodische Beratung, Statistik, Data Management, Monitoring

Funding
SNF IICT, Ausschreibung 2019

Zur Originalpublikation
A Randomized Trial of Targeted Hyponatremia Correction in Hospitalized Patients. Refardt J, et al., NEJM Evid. 2026 Mar;5(3):EVIDoa2500086. doi: 10.1056/EVIDoa2500086. Epub 2026 Feb 24. PMID: 41733398.

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