13. Juli 2026
Die in The Lancet Neurology erschienenen 12-Monats-Ergebnisse der DISTAL-Studie liefern wichtige langfristige Evidenz zur Behandlung von Schlaganfällen durch Verschlüsse mittelgrosser oder distaler Hirngefässe. Die Publikation wurde gleich von zwei Fachgesellschaften ausgezeichnet.
In der randomisierten Studie mit mehr als 540 Patientinnen und Patienten an 55 Zentren wurde untersucht, ob die endovaskuläre Therapie, bei der ein Katheter durch die Blutbahn zum Verschlussort geführt und das Blutgerinnsel entfernt wird, in Kombination mit einer medikamentösen Standardtherapie wirksamer ist als die medikamentöse Standardtherapie allein.
Die Kathetertherapie hat keinen Vorteil gegenüber der Standardtherapie
Die Ergebnisse zeigen, dass sich 12 Monate nach Auftreten des Schlaganfalls, dem vorab definierten primären Endpunkt, das Ausmass der Beeinträchtigung oder die Sterblichkeit in den beiden Behandlungsgruppen nicht unterscheiden. Die zusätzliche endovaskuläre Therapie bietet also keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber der alleinigen medikamentösen Therapie.
Bereits im vergangenen Jahr wurden erste Ergebnisse (Endpunkt: 90 Tage nach Auftreten des Hirnschlags) publiziert. Diese Ergebnisse wurden nun im 12-Monats-Follow-up bestätigt. Zugleich unterstreichen die Daten die weiterhin hohe Krankheitslast dieser Patientinnen und Patienten und damit die Notwendigkeit, neue Behandlungsansätze zu erforschen, die die funktionellen Ergebnisse und die Lebensqualität verbessern.
Die wissenschaftliche Community würdigt die Relevanz der Studie
Die Relevanz der Ergebnisse wird von gleich zwei Fachgesellschaften gewürdigt. So wurde die Veröffentlichung zum einen als «Paper of the month» der Europäischen Schlaganfallgesellschaft (ESO) ausgewählt. Zum anderen zeichnete die European Academy of Neurology das Paper als «Research Highlights of the Month – June 2026» aus.

Prof. Dr. med. Marios Psychogios

Prof. Dr. med. Urs Fischer

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EnDovascular therapy plus best medical treatment (BMT) versus BMT alone for MedIum VeSsel Occlusion sTroke - a prAgmatic, international, multicentre, randomized triaL (DISTAL)
Leitung
Prof. Marios-Nikos Psychogios, Leitung diagnost. und interv. Neuroradiologie, und Prof. Urs Fischer, Inselspital Bern, früher Chefarzt Neurologie, USB
Studiendesign
Internationale, multizentrische, pragmatische, randomisierte klinische Studie
Studienzentren
55 Zentren in der Schweiz, Deutschland, Belgien, Portugal, Spanien, Finnland, Israel, Italien und Schweden
Anzahl Studienteilnehmende
543
Projektdauer
2021-2026
Vom DKF unterstützt durch
Initial: Methodische Beratung, Regulatorik
Laufend: Statistik, Data Management, Monitoring, Projektmanagement
Funding
SNF IICT