23. April 2026
Psychische Belastung, Angstzustände und Depressionen sind typische Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung. Eine umfassende systematische Übersichtsarbeit analysiert nun, wie Beratungen, Schulungen oder strukturierte Unterstützungsangebote Betroffenen und deren Angehörigen helfen.
Für die im Fachjournal CA: A Cancer Journal for Clinicians publizierte Meta‑Analyse wurden 68 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt fast 12’000 Patientinnen und Patienten und ihren betreuenden Angehörigen ausgewertet. Untersucht wurden verschiedene nichtmedikamentöse Interventionen, darunter psychoedukative Angebote, therapeutische Beratung, Training von Bewältigungsstrategien sowie Massnahmen zur Verhaltensänderung.
Positive Effekte kurzfristiger Interventionen
Die Ergebnisse zeigen: Besonders in den ersten Monaten nach der Intervention lassen sich Angst, depressive Symptome und psychische Belastung bei Patientinnen und Patienten signifikant reduzieren. Bei Angehörigen waren vor allem kurzfristige Verbesserungen bei Angst und Depression messbar. Am wirksamsten erwiesen sich Interventionen, in die erkrankte Personen und Angehörige gemeinsam einbezogen wurden und die dialogorientiert gestaltet waren.
Nachhaltige Begleitung scheint angezeigt
Gleichzeitig verdeutlicht die Studie auch Grenzen: Langfristige Effekte über sechs Monate hinaus sind bislang kaum belegt. Die Autorinnen und Autoren sehen deshalb Bedarf an nachhaltigen, gut integrierbaren Unterstützungsangeboten – etwa durch Kombination persönlicher Gespräche mit digitalen Formaten.

Lisa C. Schiess, PhD-Studentin in der DKF-Forschungsgruppe Maria Katapodi

Studientyp
Systematische Literaturrecherche und Meta‑Analyse
Datengrundlage
Untersuchte Interventionen
Zentrale Ergebnisse
Fazit
Nichtmedikamentöse Begleitangebote sind ein wichtiger Bestandteil der Krebsversorgung – besonders, wenn sie nachhaltig und gemeinsam für Betroffene und Angehörige konzipiert sind.
Originalpublikation