Weiterverwendung von Forschungsdaten

Das DKF unterstützt als Data Access Committee den Austausch von Forschungsdaten und vereint dabei Datenschutz mit dem Prinzip des Open Research Data

Das Departement Klinische Forschung steht Forschenden am Universitätsspital Basel (USB) als unabhängiges Data Access Committee zur Verfügung. Die Aufgabe dieses unabhängigen Gremiums besteht im Wesentlichen darin, sensitive Forschungsdaten zu schützen und gleichzeitig nach den FAIR-Prinzipien («Findable», «Accessible», «Interoperable», «Re-usable») zu veröffentlichen. Anstatt Forschungsdaten anonymisiert weiterzugeben, werden sie vom DAC entgegengenommen, gespeichert und verwaltet. Dabei werden nur Metadaten publiziert, mit denen Forschende den gewünschten Datensatz finden, um anschliessend beim DAC einen Antrag auf deren Weitergabe stellen zu können. Das DAC hat somit die Möglichkeit zu prüfen, ob gesetzliche Auflagen zur Weiterverwendung erfüllt sind und gibt die Forschungsdaten nur in berechtigten Fällen an Dritte weiter.

«Auf diese Weise ermöglicht das DAC, Forschungsdaten für die Forschung zur Verfügung zu stellen, ohne die Daten selbst zu veröffentlichen, kommentiert Constantin Sluka, PhD, Leiter des DKF-Data-Science-Teams. «Gleichzeitig werden wir sowohl dem Datenschutz als auch dem Grundsatz der ‹Open Research Data› gerecht».

Constantin Sluka

Constantin Sluka, PhD, Leiter Data Science am DKF

Konkret spielt sich der Prozess der Datenweitergabe
wie folgt ab:

Forschungsdaten werden vom DKF entgegengenommen und auf einem sicheren Server im USB gespeichert. Hierauf publiziert das DKF die Metadaten auf einem öffentlich zugänglichen Repository, einer zentralen Datenablage (https://dataverse.harvard.edu/dataverse/dkf).

Gesuche für die Weiterverwendung von Forschungsdaten können über das DKF-Kontaktformular eingegeben werden mit der Beilage folgender Dokumente:

  • Konkreter Forschungsantrag

  • Genehmigung durch die Ethikkommission (falls zutreffend)

  • Parameterliste der angeforderten Variablen

  • Definition der Untergruppe, von welcher Daten angefordert werden (falls zutreffend)

Das DAC evaluiert jeden einzelnen Antrag. Wird dieser bewilligt, werden die angeforderten Daten durch das DKF extrahiert und ein Daten Codebook erstellt, das für eine sekundäre Datenanalyse unerlässlich ist. Schliesslich verpflichten sich die Antragsstellenden in einer Datentransfer- und Nutzungsvereinbarung dazu:

  • die Forschungsdaten nur zu dem genehmigten Forschungszweck zu verwenden

  • der guten wissenschaftlichen Praxis zu folgen

  • den Autoren des Forschungsprojekts, aus dem die Daten stammen, eine Ko-Autorenschaft anzubieten oder sie zu zitieren, gemäss den Richtlinien der Universität Basel,

  • optional ihr Forschungsprojekt bei clinicaltrials.gov zu registrieren

Nach der Unterzeichnung dieser Vereinbarung wird das DKF die angefragten Daten über eine sichere Verbindung an die Antragstellenden übermitteln.

 

Departement Klinische Forschung, Mai 2020