1. April 2025
Neurostatus-SMARTCARE ebnet den Weg für dezentrale klinische Studien bei Multipler Sklerose
Mit Neurostatus-SMARTCARE wird erstmals eine für dezentrale klinische Studien nutzbare Version der etablierten EDSS-Bewertung für Multiple Sklerose verfügbar – entwickelt, um klinische MS-Studien effizienter und inklusiver zu gestalten. Ein entscheidender Schritt, der es auch nicht-ärztlichem Fachpersonal ermöglicht, zuverlässige neurologische Assessments durchzuführen und MS-Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Standort besser zu betreuen.
Die Überwachung des Krankheitsverlaufs von Multipler Sklerose (MS) erfordert regelmässige Untersuchungen durch eine Neurologin oder einen Neurologen. Dabei werden die Symptome der Betroffenen standardisiert erfasst. Das wichtigste Instrument hierfür ist die Neurostatus-Expanded-Disabilty-Status-Scale (EDSS), ein Bewertungssystem, das in klinischen Studien der Phasen II und III überall in der Welt eingesetzt wird, um den Schweregrad der Behinderung bei MS-Betroffenen zu erfassen. Der Neurostatus-EDSS und seine digitale Version, der Neurostatus-eEDSS wurden in Basel entwickelt und gelten als «Goldstandard» für klinische Zulassungsstudien bei MS.
Seit der Corona-Pandemie ist ein deutlicher Trend hin zu dezentralen klinischen Studien zu beobachten. Dank telemedizinischen Visiten und Tests zu Hause ist die Teilnahme an einer solchen Studie weniger zeitaufwändig, was insbesondere auch MS-Betroffenen mit starken Mobilitätseinschränkungen zugutekommt. Für das Studienpersonal besteht die Herausforderung jedoch darin, sicherzustellen, dass die Erfassung und Bewertung klinischer Symptome aus der Ferne mit der gleichen Konsistenz erfolgt wie persönliche Gesundheitschecks.
PD Dr. med. Marcus D'Souza und Vanny Phavanh (Neurologie, USB) geben einen Einblick in das Projekt.
Dezentrale EDSS-Untersuchungen durch Neurostatus-SMARTCARE
Diesem Aspekt trägt «Neurostatus-SMARTCARE» Rechnung. Von der Forschungsgruppe um DKF-Forschungsgruppenleiter PD Dr. Marcus D’Souza wurde eine «dezentrale» Version des etablierten digitalen Neurostatus-eEDSS konzipiert mit dem Ziel, auch nicht-ärztliches Gesundheitspersonal dazu zu befähigen, EDSS-Bewertungen vorzunehmen, und zwar ebenso zuverlässig wie Neurologinnen und Neurologen.
In einer kürzlich publizierten Studie wurden die Neurostatus-EDSS-Bewertungen von SMARTCARE-geschulten Pflegefachpersonen und Neurologinnen und Neurologen an zwei Schweizer Neurologischen Kliniken verglichen. Die Studienergebnisse zeigen eine hohe Übereinstimmung und bestätigen folglich, dass nicht-ärztliches und ärztliches Fachpersonal mit Hilfe von Neurostatus-SMARTCARE neurologische Assessments von vergleichbarer Qualität durchführen kann.
Neurostatus-SMARTCARE ebnet somit den Weg für dezentrale MS-Studien und verspricht zudem eine bessere Betreuung der Studienteilnehmenden: Indem auch nicht-ärztliche Gesundheitsfachpersonen qualifiziert sind, den Neurostatus-EDSS durchzuführen, können MS-Betroffene zuverlässiger monitoriert und vermehrt in klinischen Studien eingeschlossen werden, unabhängig von ihrem Wohnort oder der Verfügbarkeit von Neurologinnen und Neurologen.

«Indem auch nicht-ärztliche Gesundheitsfachpersonen qualifiziert sind, den Neurostatus-(e)EDSS durchzuführen, können MS-Patientinnen und Patienten umfassender monitoriert und vermehrt in klinischen Studien eingeschlossen werden.»
PD Dr. med. Marcus D'Souza

Neurostatus-SMARTCARE clinical trial
Enabling health care professionals to assess EDSS for decentralized trials in multiple sclerosis.
Leitung
PD Dr. med. Marcus D’Souza, Oberarzt Neurologie, Leiter Neurostatus UHB
Studiendesign
Multizentrische, randomisierte, cross-over Studie
Studienzentren
Universitätsspital Basel
Luzerner Kantonsspital
Anzahl Studienteilnehmende
100 MS-Patientinnen und -Patieten
DKF-Services
Regulatorik