8. Juni 2026
Die ausgezeichneten Projekte adressieren konkrete patientenrelevante Herausforderungen und schaffen neue Grundlagen für personalisierte und potenziell schonendere Behandlungen. Die SNF-Förderung ermöglicht es den Forschenden, diese Fragestellungen in den kommenden Jahren vertieft zu bearbeiten.

©DKF
Forschunsggruppe Andreas Albert Müller
Dieses Projekt untersucht neue digitale Ansätze zur Optimierung der Behandlungsplanung und Verlaufskontrolle bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Es adressiert eine relevante Lücke in bestehenden medizinischen Modellen. Viele dieser Modelle basieren auf Daten gesunder Erwachsener und bilden die spezifischen anatomischen und entwicklungsbedingten Besonderheiten von Kindern nur unzureichend ab.
Mithilfe künstlicher Intelligenz und klinischen Routinedaten erstellt das Forschungsteam patientenspezifische «digitale Zwillinge». Diese virtuellen 3D-Modelle sollen Gesichtsdynamik und Wachstum über die Zeit sichtbar machen und so Diagnose, Operationsplanung und Verlaufskontrolle unterstützen. Ziel des Projekts ist es, belastende Untersuchungen zu reduzieren, klinische Entscheidungsfindung zu verbessern und eine vermehrt personalisierte Versorgung von Kindern mit kraniofazialen Fehlbildungen zu ermöglichen.
AI-Driven Modeling, Rendering, and Clinical Evaluation of Pediatric Craniofacial Pathology and Development
SNF-Projekt 10008799
Projektverantwortliche
Barbara Solenthaler, Departement Informatik ETH Zürich, Switzerland
Andreas Albert Müller, Universitätsspital Basel Kiefer- und Gesichtschirurgie, Switzerland
Benito Benitez, Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgie Facial & Cranial Anomalies Research Group Universitätsspital Basel, Switzerland

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Forschungsgruppe Cordula Netzer
Die symptomatische lumbale Spinalkanalstenose ist bei Menschen über 65 Jahren die häufigste Ursache für eine Wirbelsäulenoperation. Obwohl chirurgische Eingriffe Schmerzen und funktionelle Einschränkungen reduzieren sollen, sind die Mittel- und Langzeitergebnisse bisher nur begrenz vorhersehbar.
Mit diesem Projekt soll ein Prognosemodell entwickelt werden, das demografische, klinische und radiologische Parameter um funktionelle und biomechanische Faktoren erweitert und digitale Simulationsmodelle eingesetzt, um Bewegungs- und Muskelkräfte mit detaillierten Belastungsanalysen einzelner Wirbelsäulensegmente zu verbinden. So soll es möglich sein, Mechanismen unzureichender Erholung oder Faktoren, die zu einer Reoperation führen können, besser zu verstehen und Therapieentscheidungen künftig stärker zu individualisieren.
RoLSSroice II: Predicting mid-term postoperative function, patient-reported outcomes, and spinal loads in lumbar spinal stenosis: a translational approach integrating clinical, radiological, biomechanical, and multi-scale in silico modeling
SNF-Projekt 10009323
Projektverantwortliche
PI Cordula Netzer, Leitende Ärztin Spinale Chirurgie, Leiterin Wirbelsäulenzentrum, Universitätsspital Basel
Co-PI Stephen Ferguson, Institut für Biomechanik, ETH Zürich

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Forschungsgruppe Walter P. Weber
Bei Brustkrebs mit Lymphknotenbefall gilt die axilläre Lymphknotendissektion nach wie vor als Standard. Der Eingriff ist jedoch häufig mit Schmerzen, Lymphödemen, eingeschränkter Schulterbeweglichkeit und Morbidität verbunden. Als weniger radikaler Ansatz wird in der NOAX-Studie die fokussierte Axillachirurgie untersucht, bei der selektiv nur tastbare und Sentinel-Lymphknoten entfernt werden und die Achselhöhle im Anschluss gezielt radiotherapeutisch behandelt wird.
Es handelt sich um eine internationale, multizentrische, randomisiert-kontrollierte Phase-III-Studie, in der geprüft wird, ob dieser Ansatz im Vergleich zur Standardbehandlung die Lebensqualität der Patientinnen verbessert und das Auftreten von Lymphödemen reduziert.
OPBC-10/NOAXAxillary radiotherapy or axillary lymph node dissection in patients with clinically node-positive breast cancer undergoing upfront tailored axillary surgery: An international, randomized superiority trial
SNF-Projekt 10007682
Projektverantwortlicher
Walter Paul Weber, Co-Leiter Brustklinik, Chefarzt Brustchirurgie, Stv. ärztlicher Direktor, Ärztlicher Departementsleiter, Departement Brust, Bauch und Becken

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Neuroendokrine Neoplasien sind eine heterogene Gruppe von Tumoren, deren Häufigkeit zunimmt. Ein wichtiger therapeutischer Ansatz zur Behandlung inoperabler, metastasierter neuroendokriner Tumore ist die Peptid-Rezeptor-Radioliganden-Therapie, bei der radioaktiv markierte Wirkstoffe möglichst direkt an die Tumorzellen gebracht werden, indem sie an Peptid-Rezeptoren auf der Zelloberfläche binden.
Dieses Projekt soll die maximal verträgliche Dosis einer neuen Peptid-Rezeptor-Radioliganden-Therapie (Terbium-161-markierter Somatostatin-Rezeptorantagonist DOTA-LM3) ermitteln und anschliessend ihre Wirksamkeit im Hinblick auf progressionsfreies Überleben und Krankheitskontrolle ermitteln. Dieser neue Ansatz wird bei Patientinnen und Patienten mit metastasierten neuroendokrinen Tumoren eingesetzt, deren Erkrankung nach einer Standardtherapie erneut fortgeschritten ist.
Rechallenge Conversion/Auger-Electron plus Beta-minus Particle Therapy with Terbium-161 labeled Somatostatin Receptor Antagonist DOTA-LM3 in Neuroendocrine Tumors – Convalescence Phase I/II Study
SNF-Projekt 10008316
Projektverantwortlicher
Damian Wild, Leitung Nuklearmedizin, Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsspital Basel