/ Neurology

Artery occlusion independently predicts unfavorable outcome in cervical artery dissection

Christopher Traenka, MD, Caspar Grond-Ginsbach, PhD, Barbara Goeggel Simonetti, MD, Tiina M. Metso, MD, PhD, St´ephanie Debette, MD, PhD, Alessandro Pezzini, MD, Manja Kloss, MD, Jennifer J. Majersik, MD, MS, Andrew M. Southerland, MD, MSc, Didier Leys, MD, PhD, Ralf Baumgartner, MD, Valeria Caso, MD, PhD, Yannick B´ejot, MD, PhD, Gian Marco De Marchis, MD, MSc, Urs Fischer, MD, Alexandros Polymeris, MD, Hakan Sarikaya, MD, Vincent Thijs, MD, PhD, Bradford B. Worrall, MD, MSc, Anna Bersano, MD, PhD, Tobias Brandt, MD, Henrik Gensicke, MD, Leo H. Bonati, MD, Emmanuel Touze´e, MD, PhD, Juan J. Martin, MD, Hugues Chabriat, MD, PhD, Turgut Tatlisumak, MD, PhD, Marcel Arnold, MD, Stefan T. Engelter, MD, and Philippe Lyrer, MD, for the CADISP-Plus Study Group

Neurology 2020, 94:1-11.
First published November 22, 2019, DOI: doi.org/10.1212/WNL.0000000000008654

 

Das Forschungsteam des Stroke Center Basel publiziert eine wegweisende internationale Studie in der renommierten Fachzeitschrift «Neurology» (Impact Factor 8.689) 

Cervikale arterielle Dissektionen (CeAD) gehören zu den häufigsten Ursachen eines Hirnschlags bei jüngeren Erwachsenen. Hauptmerkmal der CeAD ist ein – meist spontan entstehendes –Wandhämatom, welches zu einem Verschluss der betroffenen cervikalen Arterie und damit zu einem ischämischen Hirnschlag führen kann. Ein solcher Verschluss findet sich in der Akutphase bei ca. 1/3 aller CeAD Patienten und kann rasch im Rahmen der Akutdiagnostik – mittels CT- oder MR-Angiographie aber auch duplexsonographisch – festgestellt werden. Inwiefern das Vorliegen eines Verschlusses der betroffenen Arterie eine prognostische Bedeutung für den Outcome der Patienten hat, war bislang unklar.

In einer von Christopher Traenka (Erstautor, Neurologie und Stroke Center USB), Stefan Engelter (Letztautor; Neurologie USB und Neurorehabilitaiton FELIX PLATTER), und Philippe Lyrer (Letztautor, Leiter Stroke Center USB) koordinierten Register-basierten Studie im Rahmen des internationalen Forschungskonsortiums CADISP-PLUS (Cervical Artery Dissection and Ischemic Stroke Patients-PLUS) konnten nun Daten von 2148 CeAD Patienten im Hinblick auf die Bedeutung eines Gefässverschlusses systematisch untersucht werden. (Co-Autoren des Stroke Center Basel Leo Bonati, Gian Marco De Marchis, Henrik Gensicke, Alexandros Polymeris)

Die Auswertung zeigt, dass das Vorliegen eines Gefässverschlusses unabhängig von weiteren Faktoren (u.a. initiale Schwere des Hirnschlages, Auftreten erneuter ischämischer Ereignisse) die Wahrscheinlichkeit eines schlechteren funktionellen Outcomes erhöht. Patienten mit einem Gefässverschluss zeigten zudem eine höhere Rate an Hirnschlägen innerhalb der Follow-Up Periode von bis zu 6 Monaten.

Diese Studie liefert wichtige Evidenz darüber, dass dem Gefässbefund bei CeAD grosse prognostische Bedeutung zukommt, und dieser daher bei Auftreten der CeAD sorgfältig erfasst und in der Nachsorge monitoriert werden sollte. Obwohl die Effektivität der endovaskulären Akut-Behandlung in dieser speziellen Gruppe von Hirnschlagpatienten noch nicht sicher nachgewiesen werden konnte, stützen die Resultate dieser Studie das Vorgehen der Wiedereröffnung des betroffenen Gefässes in der Akutsituation.

Das Stroke Center Basel hat sowohl in der klinischen Betreuung von CeAD Patienten als auch in der Forschung zu CeAD international eine führende Rolle eingenommen. Dies wird durch diese Arbeit ein weiteres Mal dokumentiert.