6. Juli 2026
Die DKF-Forschungsgruppen von Eleonora Seelig und Marios-Nikos Psychogios haben die Zusprache für je einen Investigator Initiated Clinical Trial Grant (IICT) des Schweizerischen Nationalfonds erhalten. Insgesamt wurden fünf Studien mit diesem Funding ausgezeichnet. Die beiden Projekte zeigen die Breite der klinischen Forschung am Standort Basel – von der Prävention schwerwiegender Nebenwirkungen etablierter Therapien bis zur Weiterentwicklung der akuten Hirnschlagbehandlung

Projektverantwortliche PD Dr. med. Eleonora Seelig, Forschungsgruppenleiterin am Departement Klinische Forschung und Ärztin an der Klinik Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus, Universitätsspital Basel
Metformin to prevent glucocorticoid-induced toxicity – a randomized, controlled phase 3 trial
Leitung
PD Dr. med. Eleonora Seelig, Prof. Dr. med. Philipp Schütz
Studiendesign
Randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie
Studienziel
Glucocorticoide werden bei vielen entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen eingesetzt. Sie sind wirksam, können bei längerfristiger Anwendung aber schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen. Besonders relevant ist der Glucocorticoid-induzierte Diabetes, der mit einem erhöhten Risiko für Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hospitalisationen und erhöhter Sterblichkeit verbunden ist.
Die Studie untersucht, ob Metformin das Auftreten eines behandlungsrelevanten Diabetes unter längerfristiger Glucocorticoid-Therapie verhindern kann. Zusätzlich werden Auswirkungen auf Muskel- und Knochengesundheit, Körpergewicht, Blutzucker- und Fettstoffwechsel, Blutdruck, Lebensqualität, Nebenwirkungen und gesundheitsökonomische Aspekte erfasst.
Studienpopulation
525 erwachsene Patientinnen und Patienten, die eine systemische Glucocorticoid-Therapie über mindestens drei Monate benötigen.
Projektdauer
5 Jahre
Vom DKF unterstützt durch
Methodik & Studiendesign, Data Analysis/Statistik, Projektmanagement, Regulatorik, Data Management, Monitoring, Quality Affairs, On Site & Safety Management sowie Patient & Public Involvement.

Projektverantwortlicher Prof. Dr. med. Marios-Nikos Psychogios, Forschungsgruppenleiter am Departement Klinische Forschung und Abteilungsleiter Neuroradiologie, Universitätsspital Basel
Thrombectomy, intra-arterial thrombolysis or best medical therapy for the treatment of medium or distal vessel occlusion stroke – An adaptive randomized controlled trial
Leitung
Prof. Dr. med. Marios-Nikos Psychogios, Prof. Dr. med. Urs Fischer, PD Dr. med. Victoria Hellstern, Prof. Dr. med. Johannes Kaesmacher, Prof. Dr. med. Paolo Machi
Studiendesign
Multizentrische, adaptive, randomisierte, kontrollierte Studie mit verblindeter Endpunkterhebung
Studienziel
Bei ischämischem Hirnschlag durch Verschlüsse mittlerer oder distaler Hirngefässe ist die optimale Akutbehandlung weiterhin unklar. Während die mechanische Thrombektomie bei grossen Gefässverschlüssen etabliert ist, besteht bei mittelgrossen und distalen Verschlüssen weiterhin erhebliche Unsicherheit.
MANAGE-DISTAL vergleicht drei Behandlungsstrategien: übliche Standardbehandlung, mechanische Thrombektomie und intraarterielle Thrombolyse. Ziel ist es nicht nur, die Wirksamkeit der Strategien zu vergleichen, sondern auch herauszufinden, welche Patientinnen und Patienten von welcher Behandlung am meisten profitieren. Dafür nutzt die Studie ein adaptives Design, bei dem patienten- und krankheitsspezifische Merkmale wie Schlaganfallschwere, Bildgebungsbefunde und eine vorangegangene intravenöse Lysetherapie berücksichtigt werden.
Studienpopulation
1’200 erwachsene Patientinnen und Patienten mit akutem ischämischem Hirnschlag durch einen symptomatischen Verschluss mittlerer oder distaler Hirngefässe. Die Studie wird an rund 50 Zentren in acht europäischen Ländern durchgeführt.
Projektdauer
5 Jahre
Vom DKF unterstützt durch
Methodik & Studiendesign, Data Analysis/Statistik, Regulatorik, Data Management, Monitoring, Quality Affairs, On Site & Safety Management sowie Patient & Public Involvement.