eConsent - digitale Lösung für Patienteneinwilligungen

Um Patientendaten, die im klinischen Alltag der Spitäler tagtäglich anfallen, für die Forschung nutzen zu können, braucht es die schriftliche Einwilligung der jeweiligen Patientinnen und Patienten (Generalkonsent). Diese Einwilligungen sollen zukünftig digital erhoben und verwaltet werden können.

Derzeit wird der Generalkonsent ausschliesslich auf Papier dokumentiert und in die jeweils lokalen Spitalsysteme manuell überführt. Diese Prozesse sind personalintensiv und zeitaufwändig. Zudem bieten die Abläufe wenig Flexibilität im Spitalalltag. Eine digitale Lösung soll helfen Zeit zu sparen, Fehler zu vermeiden und die Rücklaufrate zu erhöhen.


Applikation im Usability Testing

Bereits besteht ein erster Prototyp der elektronischen Applikation. Erste Benutzertests, sogenannte Usability-Tests, mit Patientinnen und Patienten konnten in allen teilnehmenden Spitälern durchgeführt werden. Dabei wurden zwei Versionen getestet. Eine für private Mobilgeräte und eine weitere, die für spitalinterne Tablets entwickelt wurde. Ziel des Usability-Testings war es herauszufinden, wie die Nutzerinnen und Nutzer mit den Informationen und dem Ablauf dieser App zurechtkommen.

eConsent

Mobile App zur Befragung von Patientinnen und Patienten und zur Dokumentation ihrer Einwilligung

Teilnehmende Institutionen
Universitätsspitäler Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich, Universitäts-Kinderspital beider Basel

In Zusammenarbeit mit
swissethics, Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO), Swiss Biobanking Platform (SBP), Swiss Research Network of Clinical Pediatric Hubs (SwissPedNet)

Funding
Swiss Personalized Health Network (SPHN) Infrastructure Development Projects 2017

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Erste Resultate mit über 100 Testpersonen zeigen, dass die Benutzerfreundlichkeit als sehr gut bewertet wird. Eine breite Mehrheit der Personen unterstützen die Weiterentwicklung des e-Generalkonsents. Deutlich wurde auch, dass für Patientinnen und Patienten der Datenschutz ein grosses Anliegen ist. Diese Erkenntnisse werden in die weitere Entwicklung einfliessen.

Weitere Entwicklungen

Parallel zur technischen Entwicklung laufen derzeit noch juristische Abklärungen, die sich vor allem auf die mögliche Verwendung von elektronischen Unterschriften und die Sicherstellung eines lückenlosen Datenschutzes konzentrieren. Es lässt sich daher noch nicht abschätzen, wann das elektronische Einholen und Verwalten von Patienteneinwilligungen tatsächlich in den Spitalalltag integriert werden kann. Derweilen feilen die Expertinnen und Experten am DKF weiter an einer patientenfreundlichen technischen Lösung.


Kontakt

Marie Mi Bonde Hansen, PhD

Projektleiterin Patientenrechte & Forschungsethik, DKF

E-Mail

Juli 2020